Tagesstruktur

Tagesstruktur für euch und eure Kinder

Eine Tagesstruktur für die Wochentage von Montag bis Freitag hilft euch, Ressourcen zu sparen. Und dies hilft wiederum euch und euren Kindern, den Alltag gelassener zu nehmen. 

Ein Tagesplan hat folgende Vorteile:

1. Wegfall von Diskusionen. Wenn ihr einen festen Tagesplan habt, dann fallen ewige Diskussionen, wann bspw. Homeschooling-Zeit ist, wann Computer gespielt werden darf, oder eine Aktivität draußen stattfindet.
 

2. Akteptanz von allen Beteiligten. Zur größtmöglichen Akzeptanz sollten alle Familienmitglieder an der Erstellung eines Tagesplanes beteiligt sein. Und nicht nur das, erklärt euren Kindern was die Vorteile von so einem Tagesplan sind. 
 

3. Wenn ihr einen Tagesplan für euch erstellt habt und diesen einige Tage angewandt habt (also die erste Durststrecke von Reibungen überwunden ist), dann spart euch der Tagesplan nicht nur Energie in Form von wegfallenden Diskussionen, sondern auch Energie, weil ihr nicht überlegen müsst, wann ihr was macht. Ihr müsst nicht mehr lange bitten, die Kindern zum Lernen oder zum Rausgehen zu überreden, sondern es ist dann einfach dran nach Tagesplan. Ihr müsst nicht mehr lange überlegen, was nun besser wäre: 8:00 Uhr Frühstück, danach ein kleiner Spaziergang. Ihr spart Denkleistung, wenn ihr einfach nur ein Programm ablaufen lassen müsst.
 

4. Diesen sauber erarbeiteten Plan werdet ihr nun vermutlich öfters anpassen müssen. Denn nach einigen Tagen wird vielleicht Mama oder Papa feststellen "für mich klappt der Plan so noch nicht". Das ist ganz normal. Versucht aber nicht einfach euch den Plan vor die Füße zu werfen, sondern abends, wenn die Kinder im Bett sind ein kleines Tages-Resümee zu ziehen. Was lief gut, was lief schlecht? Und was wünsche ich mir, was wir besser machen können.

Mögliche Inhalte eures Tagesplanes

1. Draußen an der frischen Luft sein. Ihr solltet idealerweise mehrere Pausen an der frischen Luft einplanen. Idealerweise geht ihr einmal kurz raus, bevor ihr mit dem Homeschooling anfangt. Dann ist das Gehirn mit Sauerstoff versorgt, die Kinder haben sich etwas verausgabt und können sich im Anschluss besser konzentrieren und auch ruhiger an den Aufgaben sitzen. Es muss nicht zwingend in ein stundenlanges Sandkisten-Intermezzo ausarten. Wie machen wir es? Wir frühstücken und danach gehen wir eine Runde spazieren - quasi unser "Schulweg", danach setzten wir uns an das Homeschooling. Mehr über Lerneinheiten und Lernpausen werde ich zeitnah unter der Rubrik Lerntechniken bereit stellen. Kurze Frischluft-Phasen vor oder zwischen Lerneinheiten kann ich sehr empfehlen. Eine Stoßlüftung und ein paar Hampelmannsprünge gehen behelfsweise natürlich auch. Zusätzlich solltet ihr unbedingt auch eine längere Draußenphase einplanen. Wann ihr die Phase einplant hängt auch davon ab, wie ihr wohnt und wie wohl ihr euch draußen fühlt (also ob ihr lieber anti-zyklisch raus geht, damit es nicht so voll ist). Bei kleinen Kindern entwickeln sich die Augen noch. Ideal ist es daher, wenn Kinder eine längere Zeit draußen verbringen, damit die Augen immer wieder zwischen dichten und weit entfernten Objekten scharf stellen. Wir haben die Regel, dass wir mind. eine Stunde pro Tag rausgehen. Schon vor Corona war dies eine feste Regel und nun umso wichtiger, damit die Kinder körperlichen Ausgleich finden. Denn ich denke, dass das zurzeit viele von uns abends merken, dass die Kinder einfach nicht müde sind.
 

2. Ruhephasen. Euer Tagesplan sollte Ruhephasen für euch alle enthalten. Ihr als Eltern braucht Ruhephasen. Bei dem einen mögen sie länger sein (vielleicht eine halbe Stunde für Sport und Meditation), dem anderen reicht es vielleicht, wenn er zwei Mal am Tag 10 Minuten in Ruhe einen Kaffee trinken kann. Vielleicht ist der Ruhebedarf auch nicht jeden Tag gleich. Erklärt euren Kindern, dass dies eine "Alleine-Spielzeit" ist. Gebt eurem Kind eine kleine 10-Minuten Sanduhr mit und übt es, dass sich das Kind alleine beschäftigt. Manchmal hilft es, dafür ein paar Sachen vorzubereiten (vielleicht den Tuschkasten oder Play-Mais bereit zu stellen). 
 

3. Gemeinsame Aktivitäten. Plant gemeinsame Aktivitäten, in denen ihr bewusst (und nach Möglichkeit ohne Ablenkung durch Handy oder Laptop) für die Kinder da seid und Zeit mit ihnen genießt.
 

4. Versucht zu klären, wer für das Kochen zuständig ist und wann gekocht wird. Mal angenommen, der Papa geht arbeiten, die Mama ist im Home Office zu Hause, warum dann nicht abends warm kochen, wenn einer mehr zum Kochen und Kinderbespaßen zu Hause ist? Mittags esst ihr ein Brot, etwas Knabbergemüse oder Müsli. Und wer macht die Hausarbeiten, können vielleicht alle zusammen diese am Samstag erledigen?
 

5. Homeschooling. Wenn ihr ein schulpflichtiges Kind zu Hause habt, dann solltet ihr feste Lernzeiten einplanen. Ich empfehle euch, die Lernzeiten in den Vormittag zu legen, denn dann schiebt man die von vielen Kindern als "lästig" empfundenen Aufgaben nicht den ganzen Tag vor sich her. Näheres hierzu schreibe ich aber noch in einer gesonderten Kategorie.
 

6. Bildschirmzeiten. Legt unbedingt Bildschirmzeiten für eure Kinder fest, ggf. auch für euch als Erwachsene. Damit meine ich sowohl Zeiten für die Schule (Lern-Apps, ...), als auch Zeiten für Spiele oder Serien. 

Kein Tag verläuft immer gleich. Mal ist ein guter dabei, dann mal wieder ein absolut schrottiger Tag mit Streit von morgens bis abends. Das ist menschlich und in dieser Zeit völlig normal. Schaut euch dazu unbedingt meinen Artikel zum Thema Stressbewältigung an. Im Zweifel gilt auch hier: 5 gerade sein lassen, nicht stur am Tagesplan festhalten, sondern kompromissbereit sein, bevor eine Situation eskaliert.